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Mittwoch, 6. Mai 2020


Dienstag, 30. Juni 2020 um 16:03:48 von Kulturpool Redaktion

Über Landschaften, Bukolisches und Bel-vedere

Anlass
Sommerliche und bukolische Landschaften, das "Belvedere" im wahrsten Sinne des Wortes

Über Landschaften, Bukolisches und "Bel vedere"
Die neue Anbindung der Bilder des Belvederes in Kulturpool und die Europeana

Bel vedere - aus dem italienischen kommend, bedeutet "das Schöne Sehen" bzw. "die schöne Aussicht", wie im französischen das Wort "Bellevue" oder dem englischen "View". Ein Wortstamm, der sich durch die unterschiedlichen romanischen oder indogermanischen Sprachwelten zieht, wie ein Mensch auf Reisen.

In diesem Sinne schlagen wir vor, diesen Feldweg aus der Sicht eines
auf einer Kutsche sitzenden Reisenden zu sehen und kurz innezuhalten:

Feldweg
Feldweg
Carl Gödel, 1922
Öl auf Leinwand
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Bel Vedere im wahrsten Sinne des Wortes!

Sommer
Sommer
Rudolf Junk, 1907
Öl auf Leinwand
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Sommerliche Landschaften

Der Sommer 2020 wird vielen in Erinnerung bleiben, schon bevor er überhaupt begonnen hat. Wenn wir diesen Sommer als ein zu malendes Bild sehen wollen, so ist der Rahmen bereits vorgegeben. Ausgangsbeschränkungen, Unsicherheiten in der Planung durch Reisewarnungen oder -verbote lassen den Blick auf Destinationen innerhalb der eigenen Landesgrenzen schweifen und Orte und Gegenden in das Blickfeld rücken, die uns zuvor vielleicht nicht so sehr in den Sinn kamen. In jedem Fall Momente der Sehnsucht innerhalb der Landschaften der eigenen Grenzen sowie naturgemäß auch darüber hinaus.

Dankenswerterweise hat Österreich eine breite Palette an Erholungs- und Urlaubs-Szenarien zu bieten. Unzählige Motive wie verwunschene Seen, bukolische Hügellandschaften, herausfordernde Berge und entlegene Almen schaffen ein reich bebildertes Mosaik aus nachhaltigen Eindrücken und dem Versprechen in diesen Erholung und Ruhe, Kraft und Inspiration zu finden. Bukolische Landschaften?

Bukolische Landschaften

Der Begriff der Bukolik erzählt von der Schäferdichtung und der Hirtenlieder. Ursprünglich bedeutet bukolisch ‘ländlich einfach’, eigentlich ‘das Hirtenleben betreffend’ nach lat. būcolicus, griech. būkolikós (βουκολικός) ‘zu den Hirten gehörig’, zu griech. būkólos (βουκόλος) m. ‘Rinderhirt’. Ein Begriff der bereits in der Antike von Dichtern wie Vergil oder Theokrit Verwendung fand und dadurch auch der Nachwelt erhalten blieb. Gedichte, getragen von ländlicher Sehnsucht erzählen von dem Hirtenleben und ähnlicher Idyllen. Eben auch die sogenannte Idyllendichtung greift auf diese Bezeichnung gerne zurück.

Kühe und Schafe
Kühe und Schafe
Unbekannt, 1856
Provenienz 1912 Legat Ludwig von Reithoffer
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Aus diesem Blickwinkel in den Sommer zu gehen, die Natur- und Kulturlandschaften aus einer besonderen Perspektive zu beobachten und diese zu verorten suchen, der Sehnsucht nach dem Ruhigen und Einfachen eine erlebbare Inszenierung zu bieten, gleich der Motivsuche eines Malers, könnte viel Freude bringen und idealerweise auch Ruhe zugleich.

“Hühnerhof"
Hühnerhof
Demeter Koko, 1919
Öl auf Karton
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Durch Landschaften Reisende mögen dies als Einladung zu einem Suchspiel sehen. Wo sieht man noch Rinder und Kühe weiden, wer hält sich noch Schafe und Hühner außerhalb der Massenindustrie? Die Freude in den Augen eines Kindes an einer Pferdekoppel vorbeizukommen und den Bewegungen und Lauten zu folgen. Den reichhaltigen olefaktorischen Eindrücken und Spuren nachzugehen, die einem Wandernden entgegenkommen.

Das Wort Landschaft umfasste ursprünglich, seit dem 12. Jahrhundert, die Anzahl der Bewohner einer Gegend oder eben eines Landes. Ähnlich dem Wort Herrschaft zielte es auf die Personen und Einwohner ab, erst viel später im ausgehenden Mittelalter gilt die bis heute übliche Bedeutung als ein rein geografischer Begriff.

Von der Landschaft zur Landschaftsmalerei. Die Landschaftsmalerei will das Verhältnis des Menschen zur Natur darstellen. Über die Jahrhunderte und Epochen mit einer sich laufend wandelnden Perspektive oder einem der jeweiligen Zeit entsprechenden Fokus auf veränderte gesellschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen.

Traun und Traunstein
Die Traun und der Traunstein
Ludwig Halauska, 1875
(1876 Ankauf für Kaiserliche Gemäldegalerie. – 1929 Übernahme aus dem Kunsthistorischen Museum, Wien)
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere


Die Rettenbachwildnis bei Ischl
Ferdinand Georg Waldmüller, 1832
Belvedere Museum Wien aus der Sammlung der Europeana

Nur die vorkolumbianischen Kulturen kannten keine Landschaftsmalerei. Aus welchem Grunde auch immer. Ansonsten lassen sich überall auf der Welt, zeitlich bis weit in die Antike zurück, Formensprachen der Landschaftsmalerei finden.

“Italienische Landschaft"
Italienische Landschaft
Carl Rahl, 1836/1850
Öl auf Leinwand
Aus der Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere

Die Redaktion von Kulturpool wünscht Ihnen allen einen schönen, erholsamen und auch von vielen Motiven aus Kulturpool und Europeana inspirierten Sommer!