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Theseus findet die Waffen seines Vater unter Anweisung seiner Mutter Aithra

Informationen der Redaktion

Thesauros!

Die Delphi–Befragung ist ein Verfahren der Sammlung von Expertenmeinungen, um durch die entstehenden Überschneidungen zu Prognosen zukünftiger Entwicklungen zu gelangen. Dieses Verfahren wir seit Jahrzehnten seitens Wissenschaft, Wirtschaft und Militär weiterentwickelt angewendet und ist eine Art Fortführung der berühmten Weissagungsstätte der antiken Stadt Delphi am Hang des Parnass. Die Kultstätte war die wichtigste und bekannteste in der hellenistischen Welt. Ihre Orakelsprüche konnten nur einmal im Jahr angerufen werden und weniger wohlhabende Bevölkerungsschichten erhielten dort bloß binäre Orakelsprüche (einfache Ja/Nein Antworten) währende betuchtere Zeitgenossen ausführliche, wenn auch oft sehr rätselhafte Empfehlungen oder Deutungen erhielten.

Aigeus, der König Attikas mit seinem Hauptort Athen blieb nach zwei Ehen kinderlos und spürte die Hoffnungen und aggressiven Erwartungen seiner Neffen auf den Thron Attikas. So entschied er sich, das Orakel in Delphi zu befragen. Als Orakelspruch erhielt er die rätselhafte Aussage, er solle „vor seiner Rückkehr das vorstehende Ende eines Weinschlauchs nicht lösen“, was bedeuten sollte, er möge sich nicht betrinken, bevor er nicht nach Athen zurückgekehrt sei. Aigeus konnte dieses Rätsel nicht lösen und begab sich nach Troizen zu dem für seine Weisheit berühmten König Pittheus. Dieser wusste, dass das Orakel die Geburt eines großen Helden angekündigt hatte, verstand den Orakelspruch zu seinen Zwecken zu deuten und brachte Aigeus dazu, mit seiner Tochter zu schlafen, in der Hoffnung, dass ein daraus entstehendes Kind, ihn zum Vorvater eines Helden werden ließ. Pittheus war berühmt für seinen guten Wein und der Überlieferung nach, schenkte er seinem Freund Aigeus kräftig ein und ließ ihn gewähren, was Aigeus für richtig hielt.

Aigeus ging davon aus, dass Aithra, die Tochter von Pittheus von ihm schwanger war und für den Fall, dass sie ihm einen Sohn gebären sollte, versteckte er ein Schwert und ein Paar Sandalen unter einem schweren Stein. Sollte es ein Sohn werden, so soll dieser den Stein heben, sobald er stark genug sei, ihn eigenhändig zur Seite zu rollen, um die für ihn versteckten Dinge hervorzuholen und mit zu ihm nach Athen zu nehmen.

Aigeus verließ Troizen und kehrte nach Athen zurück. Seine Neffen, die Söhne seines Bruders Pallas stürzten in Folge Aigeus vom Thron. Aus dem Liebesakt mit Aithra ging Theseus hervor. Theseus kam als sechzehnjähriger zu Aigeus, der diesen anhand seines Schwertes und seiner Sandalen erkannte. Theseus besiegte die Pallantiden und Aigeus übernahm wieder die Macht in Attika. Währenddessen plante Theseus seinen nächsten Coup, der die langjährige Tributzahlung an Minotaurus stoppen sollte. Dieser verlangte jährlich sieben Jünglinge und ebenso viele Jungfrauen, die Minotaurus verspeiste. Er versprach seinem Vater siegreich zurückzukehren und vereinbarte als Zeichen eines Sieges mit weißen Segeln anzukommen. Sollten schwarze Segel wie gehabt auf den Masten der Schiffe gehisst sein, bedeute dies Theseus Tod. Theseus konnte bekannterweise den Minotaurus besiegen und war auf der Heimkehr zu seinem Vater. Allerdings vergaß Theseus im Taumel des Sieges die Segel zu wechseln, was den Vater veranlasste, beim Anblick der schwarzen Segel in der Annahme, dass sein Sohn im Kampf gegen den Minotaurus gestorben sei, ins Meer zu springen. Was er hinterließ ist unter anderem der Begriff des Ägäischen Meeres.
Theseus gilt als der erste König Athens. Aus der Vorgeschichte der Hebung des Schatzes aus Schwert und Sandalen leitet sich der Begriff des Thesaurus ab.

Ein Thesauros war im alten Griechenland ein Schatzhaus, ein tempelartiges Gebäude zur Aufbewahrung von Votivgaben. Vergleichbar mit einer Bank. Besonders Delphi war bekannt für seine Schatzhäuser. Ein Aufbewahrungsort wertvoller Objekte, eine Weiterentwicklung der Art wertvolles zu verstecken, wie es Aigeus es einst dem Schutze eines Steins anvertraute. Aus dem Wort leiten sich auch weitere Bedeutungen ab, die sich im Finanzwesen immer noch finden, wie zum Beispiel die Thesaurierung, das Behalten erwirtschafteter Gewinne in einem Unternehmen, bzw. das Horten von Geld und Edelmetallen im Allgemeinen. Der Tresor gehört auch zu dieser Wortstammfamilie, als sicherer Aufbewahrungsort von Geld und Wertsachen. In dem Zusammenhang von Sammlungen lässt sich Thesaurus auch als eine Begriffs– und Wortschatzsammlung verstehen.

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