Ein Universum des Wissens – digital erlebbar

Einblicke in die digitalen Sammlungen der OÖ Landes-Kultur GmbH

Die OÖ Landes-Kultur GmbH stellt – entsprechend ihrem Charakter als Universalmuseum – Digitalisate aus unterschiedlichen Forschungsbereichen im Kulturpool zur Verfügung. Das digitale Angebot umfasst sowohl Objekte aus den Kunst- und Kulturwissenschaften als auch aus der Naturkunde und spiegelt die Vielfalt und Bedeutung des oberösterreichischen kulturellen Erbes wider.

Highlights aus den Kunst- und Kulturwissenschaften

Die Sammlungen des Landes Oberösterreich beinhalten über 200.000 Fotografien, die kontinuierlich digital erschlossen werden. Dazu gehört ein außergewöhnliches Konvolut von Autochromen der Margareta von Österreich-Toskana (1881–1965). Dieses umfasst mehr als 420 Aufnahmen, die zwischen 1910 und 1914 entstanden sind. Sie nutzte das frühe Farbverfahren der Autochrome, um Stationen, Szenen und Eindrücke ihres privaten Lebens festzuhalten.

Besonders faszinierend ist der fotografische Nachlass Friedrich Mortons (1890–1969). Morton war Naturwissenschaftler, er interessierte sich für Botanik, Meteorologie und Höhlenforschung. Neben der Naturkunde galt sein Interesse aber auch der Kunstgeschichte sowie ethnologischen und volkskundlichen Themen. Die fotografische Dokumentation seiner Feldforschung mit über 18.000 Aufnahmen wurde nun digitalisiert und bildet einen idealen Ausgangspunkt für die systematische Aufarbeitung seines wissenschaftlichen Erbes.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Sammlung Historischer Ortsansichten mit über 5.000 Zeichnungen, Aquarellen und druckgraphischen Arbeiten. Diese zeigen Landschaften, Siedlungen, Kirchen, Burgen und andere Bauten Oberösterreichs. Die frühesten Arbeiten stammen aus dem 17. Jahrhundert, der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Blättern des 19. und 20. Jahrhunderts.

Erstmals in digitaler Form bereitgestellt werden nun auch archäologische Objekte aus dem Gräberfeld von Hallstatt, die im 19. Jahrhundert ans Linzer Museum gelangten. Hallstatt als namengebender Fundort für die Hallstattkultur, die Mitteleuropa zwischen 750 und 450 vor Christus prägte, erbrachte reich mit Beigaben aus Bronze, Eisen und Bernstein ausgestattete Gräber. Diese sind bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Forschung und Interpretation.

Umfangreiche naturkundliche Sammlungsbestände als digitales Angebot

Die gesamte naturkundliche Sammlung der OÖ Landes-Kultur GmbH umfasst etwa 17 Millionen Objekte. Für den Kulturpool wurden ausgewählte Bestände aufbereitet, die sich durch ihre Bedeutung hervorheben und gut für die Digitalisierung geeignet sind:

Die Entomologie ist schwerpunktmäßig mit mehreren Tausend Digitalisaten von typischen Objekten (Referenzmaterial für Arten) vertreten. Diese wertvollen Objekte dienen als Grundlage für die wissenschaftliche Beschreibung von Arten. Bei der Erstbeschreibung einer neuen Art werden sie gekennzeichnet und mit dem Artnamen verknüpft. Sie sind für die Naturwissenschaft unverzichtbar, da sie eine Nachprüfung ermöglichen, was eine besondere Verantwortung für öffentliche Museen mit sich bringt.

Die Molluskensammlung des Landes Oberösterreich ist die zweitgrößte Sammlung dieser Art in Österreich. Nun können hier über 4.000 besonders prächtige marine Arten digital gezeigt werden. Sie stammen aus der über eine Million Objekte umfassenden Sammlung des Unternehmers Fritz Seidl (1936–2001). Der Bestand beinhaltet unter anderem eine enorme Vielfalt besonders seltener und prächtiger Meeresmollusken in bestem konservatorischem Zustand.

In der Botanik wurde früh mit der digitalen Erfassung umfangreicher Bestände begonnen. So stellt der botanische Bereich mit über 100.000 fotografierten Herbarbelegen den derzeit größten Teil des digitalen Angebots der OÖ Landes-Kultur GmbH für den Kulturpool zur Verfügung.

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