Die Sammlung S-MAK

Möglichkeiten einer Neupräsentation der Stickerei in Lustenau (V)

Lustenau verfügt über sehr spezifische wirtschafts-, sozial- und kulturhistorische Potentiale: eine singuläre, charakteristische und gesellschaftlich prägende Geschichte der Stickerei-Industrie, eine seit Jahrzehnten existierende Sammlung, und nicht zuletzt (noch) zahlreiche personelle Erinnerungsträger. Alle diese Potentiale zu bündeln, konzeptionell neu zu denken und die vorhandene Sammlung neu zu präsentieren, wurde 2018, mit der Gründung des Vereins Stickerei – Museum. Archiv. Kommunikation (S-MAK) als ein äußerst lohnenswertes Vorhaben angesehen.

Kollektives Erinnern

Die Idee war, ein neues Stickereimuseum nicht nur als einen Ort des Erinnerns zu schaffen (das kollektive / kommunale Gedächtnis), sondern auch einen Ort für produktive Dynamik zu gestalten: eine ausgleichende und Sinn stiftende Brücke zwischen dem (nicht nur positiv wahrgenommenen) kulturellen Erbe einerseits, der spannungsreichen Gegenwart und Zukunft andererseits.

Das neue S-MAK versteht sich als Ort der Begegnung und des Austauschs, als Ort, an dem vorbehaltlos diskutiert wird, woher die Menschen aus Lustenau (und Umgebung) kommen und wohin sie unterwegs sind.

Ausgangslage

Das erste Stickereimuseum Lustenau wurde im Jahr 1971 eröffnet – zeitgleich mit dem Vorarlberger Stickereizentrum. Bis zu seiner Schließung am Standort Pontenstraße im Frühjahr 2015 war die Sammlung im Eigentum des Stickereiverbandes. Dieser hat die Sammlung zwischenzeitlich der Marktgemeinde überantwortet.

Diese Situation hat die Kulturabteilung der Marktgemeinde umgehend zum Anlass genommen, eine Neuaufstellung der Sammlung an einem neuen Standort in einem neuen Rahmen und auf Basis eines seriösen Konzeptes anzustreben. Sie tat dies im Bewusstsein, dass eine konzeptuelle Neuorientierung auch als seltene und große Chance genutzt werden kann.

Aufbau und Struktur

Die konzeptuelle Neuorientierung hatte 2018 die Gründung des Vereins Stickerei – Museum. Archiv. Kommunikation (S-MAK) zur Folge, der sich für die kommenden Jahre dem Ausreizen der Möglichkeiten einer Neupräsentation der Stickerei verschrieb. Neben Experimenten zu Veranstaltungsformaten kümmerte sich der Verein auch um den Aufbau der Strukturen für ein zukünftiges Museum und die Erfassung und Digitalisierung der Sammlung.

Die 2024 neu eröffnete Institution S-MAK, die auf zahlreiche Aktivitäten des Vereins S-MAK aufbaute, zog 2023 schlussendlich an einen Ort, an dem die drei Facetten des Namens – Museum, Archiv, Kommunikation – in vielstimmiger, innovativer und offener Weise zusammenfinden konnten.

Neueröffnung

Am 3. Oktober 2024 eröffnete das neue S-MAK mit einer temporären Präsentation von Objekten aus der Sammlung in der Wechselausstellung und einer semipermanenten Themenausstellung zur Herstellung von Stickereien.

Die Gestaltung des Raumes, die Erzählungen der Ausstellungen und die Struktur der Institution greifen im Verständnis des S-MAK aufs Engste ineinander. Parallel zu den Ausstellungen finden regelmäßig Präsentationen statt, die Prinzip und Funktionen der ausgestellten Stickmaschinen und somit auch die notwendigen Vorgänge zur Produktion von Stickereien sinnlich nachvollziehbar machen.

Das gemeinsame Ziel all dieser Facetten ist es, eine aufregende, kritische und ständig erweiterbare Neupräsentation der Stickerei, ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vorzunehmen und mit der Vorarlberger Industriekultur in Verbindung zu setzen.

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