Bauten. Architekt:innen. Bilder.

Die Sammlung des Architekturzentrum Wien

4.000 Bauten in 26.000 Bildern: Das Architekturzentrum Wien (Az W) macht die österreichische Baukultur des 20. Jahrhunderts sichtbar. Fotografien aus der Az W Sammlung zeigen wichtige Bauwerke und ihre architektonischen Qualitäten – und laden dazu ein, Architekturgeschichte visuell nachzuvollziehen.

Architektur im Fokus

Das Spektrum ist breit: Es reicht von brutalistischen Kirchen über Ikonen des Wiener Gemeindebaus bis hin zu wegweisenden Schul- und Wohnbauten. Diese Vielfalt österreichischer Architektur des 20. Jahrhunderts ist nun im Kulturpool versammelt.

Im Zentrum der Digitalisierung stehen die bedeutenden Fotoarchive von Friedrich Achleitner, Karin Mack und Margherita Spiluttini. Ihre Arbeiten eröffnen unterschiedliche Blicke auf Architektur – zwischen präziser Dokumentation, persönlicher Interpretation und künstlerischer Reflexion. So machen ihre Fotografien die Architekturlandschaft Österreichs unmittelbar erfahrbar.

Friedrich Achleitner (1930–2019)

Friedrich Achleitner studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien und absolvierte von 1950 bis 1953 die Meisterklasse von Clemens Holzmeister. Ab den 1960er-Jahren begann er mit der systematischen Vermessung der baulichen Substanz Österreichs. Er bereiste das ganze Land, besichtigte Gebäude vor Ort und hielt sie fotografisch fest.

Daraus entstand ein einzigartiges Archiv mit rund 78.000 Bildern – sowie sein bis heute einflussreiches, mehrbändiges Werk "Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert". Viele der von ihm dokumentierten Gebäude existieren heute nicht mehr oder wurden stark verändert. Seine Aufnahmen sind daher oft die einzigen erhaltenen Zeugnisse dieser Bauwerke.

Karin Mack (1940)

In den frühen Jahren seiner Architekturreisen durch Österreich wurde Achleitner von seiner ersten Ehefrau begleitet: der Fotografin und späteren Künstlerin Karin Mack. Zwischen 1967 und 1978 dokumentierte sie als Architekturfotografin und visuelle Chronistin die österreichische Baukultur. Ihr Archiv umfasst rund 1.000 Fotografien und eröffnet eine zusätzliche Perspektive auf Architektur und ihre Darstellung.

Zugleich lenkt es den Blick auf ein zentrales Thema: die Rolle von Frauen in der Architekturgeschichte. Während Architektinnen lange wenig sichtbar waren, konnten sie als Fotografinnen früher Fuß fassen. In dieser Rolle trugen sie wesentlich dazu bei, Architektur zu zeigen, zu vermitteln und zu deuten.

Margherita Spiluttini (1947–2023)

Eine weitere zentrale Position nimmt Margherita Spiluttini ein. Ihr Fotoarchiv umfasst über 4.000 dokumentierte Bauten und zählt zu den bedeutendsten fotografischen Sammlungen weltweit. Im Fokus des Projekts steht ihre Serie „WIEN PLAN“: ein Bestand mit rund 3.000 Bildquellen. Die Serie dokumentiert historische Bauten im öffentlichen Raum und richtet den Blick auf deren Veränderungs- und Alterungsprozesse.

Spiluttinis Fotografien zeichnen sich durch eine eigenständige, künstlerische Herangehensweise aus – und ergänzen die eher dokumentarische Arbeit Friedrich Achleitners auf prägnante Weise.

Mehr entdecken

Weitere Architektur aus Österreich kann in der Online-Sammlung des Az W entdeckt werden. Dort finden sich Informationen zu rund 30.000 Bauwerken. Diese sind mit etwa 4.000 Personen sowie 65.000 Abbildungen – darunter Fotos, Pläne, Skizzen und Modelle – verknüpft.

Die Sammlung bietet einen vielschichtigen Zugang zur österreichischen Baukultur: als Zusammenspiel von Bild, Wissen und Geschichte. Sie lädt dazu ein, Architektur und ihre Planer:innen neu zu entdecken.

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